FAQ__Frequenzumrichter

Kann ein Fehlerstrom-Schutzschalter mit einem Frequenzumrichter der VersiDrive i-Geräte verwendet werden?

Ja, sofern folgende Vorkehrungen getroffen werden:

- Es muss ein Frequenzumrichter vom Typ B verwendet werden

- Es muss für jedes VersiDrive i-Gerät ein eigener FI-Schalter montiert werden

- Der FI-Schalter sollte für einen Schutz geeignet sein, bei dem der Fehlerstrom eine Gleichstromkomponente enthält

- Der Auslösepegel sollte mindestens 30mA betragen. Der tatsächliche Fehlerstrom hängt von der Beschaffenheit der Anlage, der Art und Länge des Motorkabels, von der effektiven Schaltfrequenz sowie vom verwendeten Funkentstörfilter ab, und in bestimmten Fällen kann ein höherer Auslösepegel erforderlich sein.

Kann ich mehr als nur einen (1) Motor an den Ausgang eines VersiDrive i-Gerätes anschließen?

Ja, wenn folgende Regeln beachtet werden:

- Bei VersiDrive i PRO darf der Frequenzumrichter nur im V/F-Modus betrieben werden.

- Jeder Motor sollte durch einen eigenen thermischen Überlastschutz geschützt sein.

- Die in der entsprechenden Benutzeranleitung für das VersiDrive i-Gerät angegebene maximale Kabel-Gesamtlänge darf nicht überschritten werden.

- Für sämtliche Fälle wird ein Ausgangsfilter empfohlen, mit dem sich die maximal zulässige Motorkabellänge um 50% verlängern lässt.

- Das VersiDrive i-Gerät sollte unter Zugrundelegung des benötigten Gesamt-Motor-Stroms gewählt werden, indem der Nennstrom sämtlicher angeschlossenen Motoren addiert und ein VersiDrive i-Gerät mit einer ausreichenden Nenn-Ausgangsstromkapazität gewählt wird.

- Die Motoren müssen permanent am Umrichter angeschlossen sein und dürfen nicht einzeln gestartet oder gestoppt werden können, während das VersiDrive i-Gerät aktiviert ist.

Mein Frequenzumrichter zeigt einen Fehler im Display. Wie löse ich dieses Problem?

Alle Fehlercodes, die im Display des Frequenzumrichters gezeigt werden, sind so konzipiert, dass Frequenzumrichter und Motor gegen bleibende Schäden geschützt sind. Sämtliche Fehlercodes sind in der entsprechenden Benutzeranleitung für die jeweiligen Produkte aufgelistet. Zur weiteren Hilfestellung haben wir darüber hinaus eine Anleitung zur Fehlerbeseitigung (troubleshooting) mit dieser FAQ verlinkt.

Welche Typen einphasiger Motoren können mit dem Frequenzumrichter VersiDrive i E (Einphasen-Ausgang) verwendet werden?

Der VersiDrive i E-Frequenzumrichter (Einphasen-Ausgang) wurde für den Einsatz mit Kondensator (PSC)- oder Spaltpol-Einphasen-Induktionsmotoren konzipiert.

Weitere Hinweise bezüglich der Wahl des richtigen Motors finden Sie im beigefügten Dokument.

Verfügt mein Frequenzumrichter VersiDrive i E2 über ein internes Filter?

Alle Geräte der Frequenzumrichter Reihe VersiDrive i beinhalten grundsätzlich einen eingebauten Netzfilter.

Nähere Informationen zur Konformität der einzelnen VersiDrive i-Geräte, finden Sie unter dem Abschnitt „Konformitätserklärung“ der jeweiligen Montage- und Inbetriebnahmeanleitung.

Wie kann ich mechanische Resonanz bei bestimmten Motordrehzahlen verhindern? 

VersiDrive i-Produkte verfügen über eine Ausblendfrequenz (skip frequency)-Funktion, die verwendet werden kann, um ein Frequenzband einzurichten, das die Frequenzumrichter-Ausgangsfrequenz zwar durchlaufen kann, innerhalb dessen jedoch ein kontinuierlicher Betrieb nie erfolgt.

Diese Funktion wird typischerweise verwendet, um einen kontinuierlichen Betrieb nahe an einer Frequenz zu vermeiden, bei der eine mechanische Resonanz auftreten kann. Eine solche Resonanz kann einfach übermäßigen Lärm verursachen oder in bestimmten Fällen zu mechanischen Belastungen führen, die ein mechanisches Versagen zur Folge haben könnten.

Kann ich zwischen dem Frequenzumrichter VersiDrive i-Ausgang und dem Motor einen Schalter oder ein Schütz platzieren?

Die Verbindung zwischen dem Frequenzumrichter-Ausgang und dem Motorkabel darf generell nicht unterbrochen werden. Der Motor muss abgetrennt sein, indem der Strom zum VersiDrive i-Gerät abgeschaltet und dann gewartet wird, bis sich der Frequenzumrichter-Bus entlädt.

Zwischen dem Frequenzumrichter und dem Motor darf niemals ein manuell betätigter Schalter oder Schütz platziert werden, da eine Betätigung des Schalters bei laufendem Frequenzumrichter zu einer Beschädigung des Systems führen könnte.

Ein Ausgangsschütz könnte zur Motortrennung verwendet werden, vorausgesetzt, es werden Maßnahmen dahingehend ergriffen, das Schütz so lange zu verriegeln, bis der Umrichterausgang gesperrt wurde. Informationen zur Konfiguration des VersiDrive i-Gerätes für einen verriegelten Betrieb erhalten Sie beim Produkt-Support von PETER electronic. 

Wann sollte ich eine Eingangsdrossel mit meinem Frequenzumrichter VersiDrive i verwenden?

Eine Eingangsdrossel wird zwar nicht automatisch benötigt, doch wird sie allgemein empfohlen. Sie kann als Hilfsmittel mit der VersiDrive i-Produktpalette eingesetzt werden, um einer problembehafteten Stromversorgung, die ein Problem für den Frequenzumrichter darstellt, entgegen zu wirken, und sie kann dabei helfen, die Auswirkungen des Frequenzumrichters, d.h. die Verzerrung der eingehende Stromversorgung, zu reduzieren.

Versorgungsoberwellen:

Eingangsdrosseln sind so konzipiert, dass sie die an der eingehenden Stromversorgung durch nicht-lineare Lasten verursachte harmonische Verzerrung am Eingang wirksam reduzieren. 

Die meisten Umrichterproduke erzeugen auf Grund der Konfiguration des Stromeingangskreises eine harmonische Verzerrung an der Versorgung, und Eingangsdrosseln werden verwendet, um die Auswirkungen des VersiDrive i-Gerätes auf die harmonische Verzerrung der Versorgung zu reduzieren.

Bei kleineren kW-Umrichtern an größeren Versorgungsleitungen können die Verzerrungseffekte des Frequenzumrichters noch akzeptabel sein, da die Gesamtauswirkung auf das Versorgungsnetz proportional klein ist. Bei mehreren kleinen kW-Geräten am selben Versorgungsnetz oder bei Umrichtern größerer kW-Werte sollten jedoch Eingangsdrosseln verwendet werden.

Bei einigen VersiDrive i-Modellen höherer Leistungsbemessung ist eine 3-Phasen-Netzdrossel als Teil der Produkt-Basiskonzeption bereits enthalten, um die Robustheit des Produktes zu erhöhen und weitere Kostenvorteile zur Verfügung zu stellen.

Überprüfen Sie stets die regional geltenden Vorschriften hinsichtlich der Grenzwerte für harmonische Verzerrung bzw. die Einschränkungen bezüglich der Qualität der Stromversorgung. Montieren Sie im Zweifelsfall eine Netzdrossel.

Umrichterschutz:

Eingangsdrosseln haben den weiteren Vorteil, dass sie den Eingang des Frequenzumrichters vor Netz-Spannungsstößen, -spitzen und -einbrüchen schützen, bzw. auch dort schützen, wo eine Leitungsasymmetrie bestehen könnte (3-Phasen-Umrichter). Diese Störgrößen könnten generell durch die schlechte Qualität der eingehenden Versorgung oder durch andere Geräte (wie z.B. DC-Antriebe oder Schweißmaschinen), die am selben Versorgungsnetz vorhanden sind, verursacht werden.

Kleinere kW-Umrichter können besonders anfällig gegenüber Stromversorgungs- Schwankungen sein und auch empfindlich auf den Anschluss an Versorgungen mit niedriger Impedanz / hohem Kurzschlussstrom reagieren. In diesen Fällen werden Netzdrosseln empfohlen.

Anmerkungen:

Die Montage einer Eingangsnetzdrossel verursacht einen Abfall des eingehenden Versorgungsspannungspegels zum Frequenzumrichter (im Allgemeinen zwischen 2 und 5%). Stellen Sie sicher, dass bei niedrigen Spannungsversorgungen die resultierende Versorgung zum Frequenzumrichter innerhalb der im Benutzerhandbuch angegebenen Spezifikationen liegt.Die Eingangsnetzdrossel erzeugt darüber hinaus eine gewisse zusätzliche Wärme, die bei der Gehäusekonstruktion und örtlichen Platzierung des Bauteils ggfs. zu berücksichtigen sind.

Wann sollte ich ein Ausgangsfilter mit meinem Frequenzumrichter VersiDrive i verwenden?

VersiDrive i-Geräte haben ungefilterte Ausgänge. Für die Mehrzahl der Anwendungen ergibt dies eine befriedigende Leistung, jedoch wird für eine geringe Anzahl von Anwendungen eine Ausgangsfilterung dringend empfohlen, um die Systemfunktionalität, -zuverlässigkeit und -langlebigkeit zu erhöhen.

Diese Anwendungen umfassen:

- Lange Motorkabel, bis 200m

- Hochkapazitive Motorkabel (d.h. typischerweise "Pyro"-Draht, für den Brandschutz)

- Mehrere parallel geschaltete Motoren

- Motoren ohne umrichtergeeignete Isolierung (üblicherweise ältere Motoren)

Motoren ohne umrichtergeeignete Isolierung:
Überprüfen Sie, bei Bedarf auch mit dem Motorhersteller, immer die Motorspezifikation, um sicherzustellen, dass der Motor für die Verwendung an modernen Frequenzumrichtern ausgelegt ist. Beachten Sie stets jedwede Ratschläge, die hinsichtlich der Notwendigkeit einer Ausgangsfilterung mit dem Umrichterprodukt gegeben werden.

Wann sollte ich die "Spin Start (Motorfang)"-Funktion an meinem Frequenzumrichter VersiDrive i verwenden? 

Beim sogenannten "Spin Start" handelt es sich um eine Funktion, die die Rotordrehzahl des Motors beim Anlauf erfasst und dann die Frequenzumrichter-Ausgangsfrequenz der erfassten Rotordrehzahl anpasst.

Noch rotierende Lasten können zur Folge haben, dass während des Anlaufs höhere Ströme im Frequenzumrichter fließen und das VersiDrive i-Gerät möglicherweise beschädigen können.

Die "Spin Start"-Funktion sollte bei jeder Anwendung verwendet werden, bei der sich die Motorwelle evtl. bereits dreht, wenn der Frequenzumrichter aktiviert wird.

So z.B. bei Lasten, die noch bis zum Stopp austrudeln, wenn der Frequenzumrichter neu aktiviert wird  (hohe Schwungmassen), oder bei auf Grund der natürlichen Luftbewegung freilaufenden Gebläsen, wenn der Umrichterausgang gesperrt ist.

VersiDrive i-Geräte ohne "Spin Start"-Funktion, die in rotierende Lasten hinein gestartet werden, sollten stattdessen die Gleichstrom(DC)bremse beim Start aktivieren.

Kann man einen Drehstrom-Asynchronmotor am Einphasennetz drehzahlgesteuert betreiben?

Ja! Am Ausgang des Frequenzumrichters werden 3 x 230V ausgegeben, d.h. die Motorwicklungen sind in Dreieck zu schalten. Die Leistung bleibt erhalten.

Kann man einen Dahlander-Motor mit einem Frequenzumrichter betreiben?

Ja, das ist der Fall! Um den vollen Drehzahlbereich ausnutzen zu können, sind die Motorwicklungen in Doppel-Stern zu schalten.

Wann ist der Einsatz eines Bremschoppers bei einem Frequenzumrichter notwendig?

Beim Abbremsen großer Schwungmassen geht der Antriebsmotor in den Generatorbetrieb über (übersynchroner Betrieb). Dadurch wird Strom in den Umrichter zurückgespeist und die Zwischenkreisspannung des Umrichters steigt an. Der Bremschopper begrenzt durch eine getaktete Entladung die Erhöhung der Zwischenkreisspannung auf einen zulässigen Wert und verhindert damit zum einen eine Stör-Abschaltung des Umrichters und verbessert andererseits die Bremswirkung.

Bleibt das Drehmoment eines Asynchronmotors am Frequenzumrichter oberhalb der Nenndrehzahl konstant?

Nein! Das Drehmoment nimmt oberhalb der Nenndrehzahl umgekehrt proportional zur Drehzahl ab: doppelte Drehzahl = halbes Moment!